Akustische Messungen im offenen Raum (Freifeld) sind extrem anfällig für Raumreflexionen, Kammfiltereffekte, Temperaturschwankungen und Umgebungsgeräusche. Wer nicht über einen reflexionsarmen Vollraum („schalltoten Raum“) verfügt, misst im Freifeld vor allem den Raum – aber nicht die feinen Kapsel-Unterschiede im Zehntel-Dezibel-Bereich.
Deshalb nutzen wir für unsere Serien-Kalibrierung den aktiven elektroakustischen Koppler Spectra SQ-4.2 für die Sekundärkalibrierung nach IEC 61094-5 und IEC 61672 (Arbeitsbereich 31,5 Hz bis 20 kHz):
| Merkmal & Frequenzbereich | Physikalische Realität in der Druckkammer |
|---|---|
| Simultane 2-Kanal-Aufnahme (1/2"-Schaft) | Das ECM8000 besitzt eine 1/4"-Elektretkapsel in einem 1/2-Zoll-Gehäuse (12,7 mm). Dadurch sitzt es ohne Reduzieradapter gegenüber unserem 1/2"-Referenzmikrofon (G.R.A.S. 40AE) in derselben Kammer und wird simultan vermessen. |
| 31,5 Hz bis 12 kHz: Höchste Reproduzierbarkeit | Bis ca. 12.000 Hz ist die akustische Wellenlänge groß genug gegenüber dem Kammervolumen. Das Druckfeld ist homogen und liefert extrem gut reproduzierbare Ergebnisse bei über 60 dB Störabstand (94 bis 134 dB SPL Prüfpegel). |
| 12 kHz bis 20 kHz: Wo die Kammer-Symmetrie an Grenzen stößt | Messbar ist das System bis 20 kHz. Oberhalb von 12 kHz wird die Wellenlänge jedoch so klein (< 28 mm), dass die unterschiedliche Stirnflächen-Geometrie von Referenz (bündige 1/2"-Metallmembran) und Prüfling (eingelassene 1/4"-Kapsel im 1/2"-Kopf) sowie minimale Einspanntoleranzen die akustische Symmetrie und Feldhomogenität in der Kammer stören. Wir zeigen die Kurve bis 20 kHz zur Beurteilung des Hochton-peaks, markieren die 12-kHz-Grenze im Diagramm aber bewusst transparent. |